Riding with the Weather: A Bikepacking Detour Through Norway

Wörter Henna Palosaari  Foto

fra.drago

Norwegen lässt dich wirklich nicht die Regeln machen. Du kannst Routen planen, Wettervorhersagen checken und den perfekten Zeitpunkt für den Start wählen, aber am Ende entscheidet das Wetter.

Letzten Sommer habe ich das auf die harte Tour gelernt. Zweimal habe ich mein Rad stundenlang durch tiefe Schneefelder geschoben, überzeugt davon, dass die Berge Ende Juni frei wären. Waren sie nicht. Auf Norwegens hohen Schotterstraßen kann die Saison nur wenige kurze Wochen dauern – manchmal von Mitte Juli bis Mitte August, wenn man Glück hat.

Also fühlte es sich dieses Jahr, ab Mitte August, endlich so an, als hätten wir unser Zeitfenster gefunden. Die Sonne war warm, die Luft ruhig. Zwei Tage später fuhren wir durch frostbedeckte Täler und zogen jede Schicht an, die wir hatten. Gleiche Reise, völlig andere Welt.

Eine Richtungsänderung

Our plan with Francesco was to head west into the fjords. But forecasts shift fast here. By the start of our trip, our perfect 20 degrees forecast had turned into heavy rain and near-zero temperatures above 800 meters. So we changed plans. Longer days, fewer breaks, a race against the front moving in from the coast.

After the first night spent hiding from the northern wind between old fishing huts, the decision made itself. The west was closing in with rain quicker than we could make it through, but the east looked clear. We turned our wheels toward Rondane National Park and Mjølkevegen instead.

Highlands statt Fjorde

Norwegen ist vielleicht am bekanntesten für seine dramatischen Fjorde, aber das zentrale Hochland wird oft weniger erwähnt. Doch gerade fürs Bikepacking bieten sie viel mehr Schotterstraßen zum Verbinden und wilde Natur zum Genießen. Rondane, Norwegens erster Nationalpark, ist immer noch Heimat wilder Rentiere. Wir haben keine gesehen, aber ein Elch tauchte kurz auf, stand still und neugierig zwischen den Bäumen.

Direkt vor Rondane sind wir durch einen Wald gefahren, der von dickem Flechtenbewuchs bedeckt war und die ganze Landschaft blassweiß färbte. So viel Flechte habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, nicht einmal als ich in Finnland aufgewachsen bin. Das ist eines dieser Dinge, die passieren, wenn man mit dem Rad reist: Man sieht Orte, an denen niemand anhält, weil die Reise einen langsam genug dorthin bringt, um sie wahrzunehmen.

Racing the Storm

The weather was still on our heels, so we pushed harder. Strong winds, luckily behind us, carried us over the plateaus. We rode until dark, set up camp by a still lake, and woke to another freezing morning.

We’d planned to take the Bygdin ferry a small boat that cuts across the lake and saves about 70 kilometers of riding. It would help us finish the remaining 180 kilometers in one go instead of spending another cold night in the mountains. To make it on time, we woke at 5 a.m. and rode through the coldest hours of the day. Even with every layer on, the frost on the valley floor made us shiver. Hard to believe it was mid-August.

At the harbour, we thawed out with hot soup and waffles with brown cheese, the essential Norwegian fuel. Once on the boat, we fell asleep quickly, wrapped in our jackets as the mountains drifted past the windows.

The Last Light

Neunzig Kilometer trennten uns noch von Zuhause, als wir von der Fähre kamen, aber dieses kurze Nickerchen gab uns einen perfekten kleinen Neustart. Mit dem Gedanken an eine heiße Dusche und ein warmes Bett vor Augen fanden die Beine neuen Schwung.

Als wir uns vor der letzten Abfahrt Schicht um Schicht anzogen, hielt ein Auto an. Der Fahrer, der für eine norwegische Baselayer-Marke arbeitete, lächelte und drückte uns jeweils ein Mesh-Shirt in die Hand. „Ihr seht aus, als könntet ihr das gebrauchen.“ Er hatte recht. Wir zogen sie an, lachten über das Timing und stürzten uns in die lange, kalte Abfahrt.

Wir erreichten Sogndal gerade, als das Licht schwand, Francescos rotes Helmlich blinkte in der Dunkelheit. Die Route verlief anders als geplant, aber das ist das Besondere an Norwegen. Das Wetter bestimmt die Reise, und manchmal wird der Umweg zum eigentlichen Grund, warum du fährst.

„...manchmal wird der Umweg zum eigentlichen Grund, warum du fährst.“